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 Übertage & Untertage Berichte mit vielen Fotografien


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U-Verlagerungen waren unterirdische, kriegswichtige, bombensichere Geheimanlagen - 4.5 out of 5 based on 899 votes

U-Verlagerungen3D Rekonsturktion einer U-Verlagerungen

Vorwort | Systematik | Decknamenverzeichnis | Was sind Untertage Verlagerungen | Die Organisation Todt | Befahrene U-Verlagerungen

  

Untertage Verlagerungen ( kurz U-Verlagerungen )

Sind unterirdische, kriegswichtige  bombensichere Geheimanlagen der deutschen Rüstungsindustrie im Zweiten Weltkrieg. Bereits 1936 wurden im Rahmen der deutschen Kriegsvorbereitungen Überlegungen zum baulichen Luftschutz der Bevölkerung und Industrie angestellt. Die NS-Regierung beschloss nach dem die deutschen Rüstungsbetriebe in Peenemünde durch die britische Operation Hydra stark beschädigt wurden kriegswichtige Fabriken unter Tage zu verlagern. Insbesondere wurde die Herstellung von synthetischen Benzins im sogennaten Geilenberg-Programm unter die Erde verlegt. Das Programm erhielt durch dem Generalkommissar für Sofortmaßnahmen beim Reichsministerium für Rüstung- und Kriegsproduktion Herrn Edmund Geilenberg seinen Namen. Die deutsche Flugzeugindustrie wurde unter der Regie des Jägerstabs dezentralisiert und in unterirdische Entwicklungs und Produktionsanlagen verlegt. Bereits im Herbst 1943 plante das Reichministerium für Bewaffnung und Munition unter Alber Speer die "bombensichere" Verlagerung von wichtigen Rüstungsfertigungen in unterirdische Räume und verbunkerte Bauwerke. Als potentielle Verlagerungsorte kamen Höhlen, Eisenbahn- und Strassentunnel, Steinbrüche und versteckte Täler in Frage. Die Einrichtung und der Ausbau sowie die auch spätere Produktionsaufnahme waren mit dem Einsatz von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen verknüpft. Die umfangreichen Baumassnahmen standen unter der Aufsicht der Organisation Todt, die den Arbeitseinsatz eng mit SS und Gestapo koordinierte. Anfang 1944 wurden so verschiedene Reichsbahntunnel, Stollen, Tagebaue bzw. Gruben, größere unterirdische Keller und Höhlen zu U-Verlagerungen genutzt und ausgebaut. Es wurden aber auch neue Stollensysteme in kürzester Zeit angelegt. Hierzu wurden unter menschenunwürdigen und brutalsten Bedigungen Zwangsarbeiter benutzt die oft bei dem Bau nicht überlebten. Eine Aufstellung verschiedener deutscher Ämter vom November 1944 sah eine Gesamtfläche von mehr als 7,8 Millionen Quadratmetern unterirdischen Raumes für die Rüstungswirtschaft vor. Die Flugzeugindustrie hatte mit ca. 3 Millionen geplanten Quadratmetern den größten Anteil an dieser Fläche, nutzte Untertageverlagerungen also in besonders hohem Maße. Es wurden weit über 1000 U-Verlagerungen geplant! Unsere derzeitig recherchierten Untertage Verlagerungen liegt bei weit über 1200 (einschließlich Vorhaben).

 

Das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion abgekürzt RMfRuK erstellte eine Decknamen Systematik für U-Verlagerungen auf.

So bekamen:

  • Alte Schachtanlagen
  • Alte Stollenanlagen
  • Neue Stollenanlagen
  • ehemalige Bunkeranlagen
  • neue Bunkerbauten
  • Tiefkellers
  • Natürliche Höhlen
  • Verkehrstunnel

Decknamen von Tieren (aller Art), Fischen, Amphibien, geologischen Bezeichnungen, Pflanzennamen, weibliche und Männliche Vornamen sowie Vögelnamen.

 

Systematik der Decknamen beim RMfRuK (Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion)

  • Natürliche Höhlen -> Münznamen
  • Alte Schachtanlagen -> Säugetiernamen
  • Alte Stollenanlagen -> Fisch- und Amphibiennamen
  • Neue Stollenanlagen -> Geologische Bezeichnungen
  • Festungsanlagen -> Pflanzennamen
  • Tiefe Keller -> Mädchennamen
  • Bunkerbauten -> Jungennamen
  • Verkehrstunnel -> Vogelnamen

Es gab aber auch noch andere Verschlüsselungssysteme wie Großbuchstaben oder Ziffern. Zudem wurden auch (falsche) Firmenbezeichnungen als Decknamen in den System benutzt. Das gleiche Objekt kann auch mehrere Namen tragen (z.B. bei der SS-IKL und dem RfRuK).

A-Projekte: (1. Welle)
Untertage-Verlagerungen in vorhandene Hohlräume wie Reichsbahntunnel, Bergwerke und Höhlen, Reparatur und Endmontage:
Beispiele: A1 (Lengerich), A2 (Porta) 
 
B-Projekte: (2. Welle)
Untertage-Verlagerungen in Stollenneubauten, Zuliefererindustrien, Komplettwerke, Entwicklung und die Geilenberg-Projekte:
Beispiele: B1 (U-Verlagerung Schiefer), B2 (U-Verlagerung Malachit)


S-Projekte:
Sonderbaumaßnahmen wie Kommandozentralen, Tanklager und FHQ, U-Boot-Bunker etc.

 


U-Verlagerungen

Unsere gefundenen und befahrenen sowie bereits dokumentierten U-Verlagerungen in ganz Europa:

Einige weitere U-Verlagerungen haben wir bewusst nicht veröffentlicht zu dessen Objektschutz. Unser Team hat ungefähr 105 Untertage Verlagerungen bisher gefunden und eindeutig identifiziert anhand von diversen Dokumenten und Bauplänen, geschichtlichen Fotografien und Augenzeugenberichten.

 


Unteridirsche Anlagen aus anderen Zeiten oder und Ländern

Somit sind Anlagen aus anderen Ländern oder Epochen keine U-Verlagerungen sondern einfach als Unterirdische Anlagen zu bezeichnen. Wir haben somit also einfach Unterirdische Anlagen und auch richtige U-Verlagerungen besichtigt und abgelichtet.

 

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