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Projekt Dachs VII

U-Verlagerung Rogenstein

Geplante und damals in baubefindliche Schmierölanlage zur Verarbeitung von Rückständen der Erdöldestillation von Produktionsrückständen der Anlagen Ofen 19/20 und 21/22


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Dachs VII

Am Sandsteinbruch "Herrenleite"  wurde ab August 1944 die Vorbereitung getroffen eine untertägige Schmierölanlage für Deutsche Gasolin A.G. Berlin-Charlottenburg  (Deckname des Projektes: Dachs VII) zu errichten. Die geplante Nutzfläche für die Schmierölanlage betrug  40000 m2 in untertägigen großen Hallen.  Am 05.12.1944 war die Planung  der oberirdischen Anlagenteile abgeschlossen. Bereits am 10.01.1945, durch Außenkommando des KZ Flossenbürg, war  Baubeginn der U-Verlagerung Rogenstein. Die geplante Inbetriebnahme der untertägigen Anlage sollte bereits am 01.09.1945 sein, also 8 Monate später nach Baubeginn. Der Bau wurde durch einen plötzlichen Baustopp im April 1945 beendet.  Seit Baubeginn hatte man hier bereits ca. 3000 m2 Stollenfläche (lt. [2] 5300 m2) fertiggestellt. Dort war bereits das Anschlussgleis mit Laderampe an der Strecke Pirna-Copitz - Herrenleite fertiggestellt. Die geplante Anlage sollte die Verarbeitung von Produktionsrückständen der U-Verlagerungsanlagen Ofen 19/20 und 21/22 übernehmen. Die Technik hierfür sollte durch den Aufbau ausgelagerter Technik der Raffinerie Dollbergen bereitgestellt werden. Am 15.04.1945 fand die Evakuierung des Arbeitslagers Zatzschke statt wo die meisten Zwangsarbeiter untergebracht waren die für den Bau eingesetzt wurden.

Die Zugangsstollen wurden durch eine exakt geplante Sprengung der Roten Armee gesprengt.  Diese schien etliche Eisenbahnwagons mit Sprengmitteln in die Stollen geschoben zu haben und später dann diese gezündet. Zuvor wurden aber an den Mundlöcher angebrachte Sprengladung gezündet so dass diese bei der großen Sprengung bereits verschlossen waren! Indizien darauf findet man in den Sprengbereichen und an der Firste der jeweiligen Stollen die mit dickem Ruß überzogen ist. Dieser wird zum Stollenende hin dünner. Die Sprengung war so gigantisch das sich ein Teil des Berges anhob und dann herunterrutschte. Die ehemaligen Stollenmundlöcher sind heute nicht mehr sichtbar oder erahn bar.  Über den Mundlöchern in min. 30 Metern Höhe kann man heute noch die Risse und Spalten der damaligen Sprengung sehen. Doch äußerste Vorsicht ist geboten diese Risse gehen bis ins Tal hinunter.
 
Durch ein 1981 angelegter Suchstollen zur Erkundung des Gebirges und der Suche nach dem angefangenen Stollen der damalig angefangenen U-Verlagerung wurde das System angeschnitten und kurzzeitig mal befahrbar. Die Such Stollen wurden für das geplante NVA-Objekt  und der Beräumung der Altanlage also angelegt. Das NVA-Objekt wurde dann wo anders geplant da der Berg zu instabil war. Nach der Beräumung und Inspektion der Altanlage wurde der Suchstollen zugemauert und das Mundloch zugeschoben und begradigt.  Das Gelände ist Privateigentum und darf nicht ohne Genehmigung betreten werden.

 

Quellen:
USSBS: "Underground and Dispersal Plants in Greater Germany", Januar 1947
Wichert: "Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten des zweiten Weltkrieges", Verlag Schulte, Marsberg 1993
und eigenes Privatarchiv mit vielen Augenzeugenberichten

 

 

Fotogalerie U-Verlagerung Rogenstein

 

 

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