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Geilenberg-Programm

Mineralölsicherungsplan

 

Weitere Programme:
Jäger-Programm
| Kessler-Programm |
Saur-Programm

 

Geilenberg-Programm: Mineralöl- und Treibstoff-Produktion

 

Am 1. August 1944 wurde der so genannte Mineralöl-Sicherungsplan, auch Geilenberg-Programm genannt, ins Leben gerufen. Das Geilenberg-Programm, wurde später erst auch als Mineralölsicherungsplan bezeichnet!

 

Herr Edmund Geilenberg wurde von Adolf Hitler zum „Generalkommissar für Sofortmaßnahmen“ im von Albert Speer geführten Ministerium ernannt. Die Ernennung hierfür erfolgte zur Beseitigung der im Führererlass vom 30. Mai 1944 genannten „Fliegerschäden“, die bei den alliierten Angriffen auf die Mineralölindustrie (Treibstoffproduktion) entstanden waren. Geilenberg konnte mit seinen weitreichenden Kompetenzen im Rahmen der Um Gliederung der Treibstoffindustrie „Arbeiten der Wirtschaft, auch der Rüstung und Kriegsproduktion“ stilllegen, Formationen der Wehrmacht bei seinen Sofortmaßnahmen Weisungen erteilen.

 

Benannt wurde der Mineralöl-Sicherungsplan nach Edmund Geilenberg, der im Juni 1944 zum “Generalkommissar für Sofortmaßnahmen beim Reichsministerium für Rüstungs- und Kriegsproduktion” ernannt wurde. Ziel des Geilenberg-Programms war es zu verhindern, dass die komplette Mineralölindustrie im Deutschen Reich zum erliegen kam. Den die oberirdischen Anlagen wurden stark beschädigt oder sogar irreparabel zerstört durch die heftigen Bombardierungen der Alliierten. Die Einfuhr von Mineralöl Rohstoffen fiel kriegsbedingt aus. Der deutsche Treibstoffbedarf konnte nur durch Inlandserzeugung aus heimischen Rohstoffen gewährleistet werden. 

 

Die Aufgabe des Generalkommissar für Sofortmaßnahmen beim Reichsministerium für Rüstungs- und Kriegsproduktion (Herr Edmund Geilenberg) bestand darin, die zerstörten Hydrierwerke (H-Werke) zu reparieren oder neuzubauen. Da durch die heftigen Bombardierungen eine Reparatur für Ihn nicht in Frage kam entschloss er sich die Anlagen unter die Erde zu verlagern in sogenannte U-Verlagerungen. Es entstand hierdurch das "Geilenberg Programm". Die Befugnisse waren von ihm weitreichend er konnte den „Einsatz von Material und Arbeitskräften und mit rücksichtsloser Energie“ durchsetzen und die Schnelligkeit der Durchführung seiner Maßnahmen durfte „weder durch formale noch durch jegliche bezirkliche Aktivitäten behindert werden“.

 

Im Rahmen des Geilenbergprogrammes wurde beschlossen alle kriegswichtigen Treibstoffproduktionen in Untertage Verlagerungen bombensicher zu verlagern.  Diese untertägigen Anlagen bekamen spezielle Decknamen:

 

  • Ofen 1-40
  • Rost 1-5
  • Taube 1-3
  • Jakob 1-11
  • Kugelofen
  • Kranich 1
  • Karpfen 1-11(10)
  • Dachs 1-8
  • Schwalbe 1-8

 

  • Iltis 1-3
  • Klein Scholven 1-3
  • Krebs 1-2 / Krebs 1: 20 Öfen geplant
  • Fritz
  • Steinbock 1-2
  • Rabe
  • Kybol 1-2
  • Fasan 1-2
  • Kuckuck 1-2 / Kuckuck 1: Hydrieranlage & Kuckuck 2 (Projekt Eber): Sauerstoffanlage

Von Kuckuck 1 ist der Deckname Zinnstein (B11) und von Kuckuck 2 ist der Deckname Gneis (B17)

 

Diesel Produktion

  • Molch 1-6
  • Wüste 1-10

 

Bezeichnungsschema für Ölanlagen und chemische Anlagen:

Schwalbe I - VIII:
DhD (Dehydrieranlage) auf Steinkohlenteer Basis
Kuckuck I und II: Iso-octan- und Polymerisationsanlage (DhD - Dehydrieranlage)
Dachs I - IX: Schmierölanlage zur Verarbeitung von Rückständen der Erdöldestillation
Taube I und II: Krackanlage zur Verarbeitung von Rohöl oder zum Kracken von Ofenrückständen
Ofen I - XLI: Verlagerte Kleindestillieranlagen (Dispersed distillations plant)
Rost I - VI: Sammeldestillieranlagen, Umbau von Dampfkesselanlagen in stillgelegten Fabriken
Jakob I: Einfache Destillieranlage in Verbindung mit den Anlage “Ofen V - VIII” in “Taube II”
Meise: Katalytische Krackanlagen
Wüste I - XV: Anlagen zur Ölschieferverschwelung
Lack I - IX: Ligroin- oder Lackbenzinalnlagen für das Vorhaben “Lack auf Gasbasis”
Molch I - VI: Roh-Bi-Öl bzw. Roh-Di-Öl-Anlagen

 

 

Bezeichnungsschema für Ölanlagen und chemische Anlagen:
Quelle: “Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten des zweiten Weltkrieges”, Hans Walter Wichert

 

 

U-Verlagerung Ofen | U-Verlagerung Rost | U-Verlagerung Taube | U-Verlagerung Jakob | U-Verlagerung Kugelofen | U-Verlagerung Kranich | U-Verlagerung Karpfen | U-Verlagerung Dachs | U-Verlagerung Schwalbe | U-Verlagerung Iltis | U-Verlagerung Klein Scholven | U-Verlagerung Krebs | U-Verlagerung Fritz | U-Verlagerung Steinbock | U-Verlagerung Rabe | U-Verlagerung Kybol | U-Verlagerung Fasan | U-Verlagerung Kuckuck

 

 

 

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