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U-Verlagerung Eisenkies

 

Wie bei fast allen U-Verlagerungen wurden, beim Bau der untertägigen Anlage, Zwangsarbeitet und Häftlinge genommen. Unter der Hoheit und Befehlsgewalt von Professor Krauch, Generalleutnant der Waffen – SS wurden bis zu 10.000 KZ Häftlinge beim Bau eingesetzt. Ihr Lager befand sich im Bibertal wo sie zusammengepfercht (lebten)  bzw.  übernächtigten bis sie mit der Reichsbahn wieder zum Stollenvortrieb der Geheimanlage gebracht wurden. Die meisten der KZ-Häftlinge stammten aus  Arbeitslagern, Zuchthäusern und Sammelunterkünften.  Zusätzlich errichtete man in einen Steinbruch unweit des Bahnhofes Balve-Sanssouci ein Außenlager in dem "wehrunwürdige" Deutsche wie z.B. straffällig gewordene Wehrmachtssoldaten sowie Zuchthäusler, italienische, französische, russische und polnische Kriegsgefangene untergebracht wurden. Ein Wachkommando aus 25 Schutzpolizisten bewachte, mit zusätzlich 10 Gestapo Männern der Lagerverwaltung, das Lager rund um die Uhr. Es war ein sehr gesichertes Lager mit Stacheldraht und hohen Steilkanten die jeglichen Fluchtversuch verhinderten.  Vermutlich gab es in dem Lager viele Tote wie viele es aber genau waren bleibt wohl immer unklar. Urkundlich werden 24 tote russische Häftlinge, die meist an Herzmuskellähmung starben, erwähnt.  Zudem fanden, nach Zeugenaussagen, mindestens 3 Hinrichtungen im Lager statt.

 

Trotz des gigantischen Bauvorhabens  des 10-monatigen Stollenvortriebes und Ausbau der U-Verlagerung  und der dazu gehörigen riesigen Logistik bekam keiner was aus der Umgebung  mit. Wegen der Wichtigkeit der geheimen Anlage wurden mehrere strategische Abwehrmaßnahmen um die Großbaustelle errichtet. Das geheime Projekt wurde ringsum weiträumig mit Flakbatterien verteidigt.

 

Im Spätsommer 1944 gab die Gestapo Dortmund ihre Kontrolle über das Arbeitserziehungslager Hunswinkel bei Lüdenscheid auf um im Hönnetal ein neues Häftlingslager einzurichten. Hier dran erkennt man ebenfalls wie wichtig die geplante U-Verlagerung für das Deutsche Reich war. Auf einem kleinen Felsvorsprung in ca. 230 Meter Höhe, zur einer Straße hin, wurde eine Luftschutzsirene aufgebaut mir ihr wurden die Zwangsarbeiter und vor allem aber die Bauleitung der Organisation Todt (OT) in der Schwalbe-Anlage vor Tieffliegerangriffen gewarnt. In unmittelbarer Nähe befanden sich zusätzlich noch mehrere Gebäude die vermutlich von Beobachtungsposten oder und Wachmannschaften genutzt wurden. Relikte dieser Gebäude findet man noch heute.

 

Unter der nationalsozialistischen Führung im Steinbruch Emil 1 wurde  Ende 1944 mit den KZ-Häftlingen, für die Firma Rheinbraun-Braun-Union Wesseling, angefangen die extrem großen benötigten Stollen in den Fels zu schlagen. Der Stollenvortrieb war nach 6 Monaten bereits  gigantisch weit vorangeschritten. Man hat in der Zeit bereits ca. 1,5 km Stollenlänge vorangetrieben. Der Hauptstollen wurde mit einer Höhe von 10m und einer Breite von 15m in den Fels getrieben im inneren wurden riesige Ausbrüche angelegt die schon fast wie gigantische Höhlenräume aussahen.  Die Stollen waren so groß das Eisenbahnen in ihnen verkehren konnten. 

 

Da von der Mineralölbaugesellschaft eine kombinierte Hydrier-Dehydrieranlage mit J2-Kraftstoffanlage auf Steinkohlenteer-Basis geplant war reichte eine einfache Hydrieranlage für eine Produktion von Flugzeugtreibstoff nicht aus. Von daher wurde die Anlage auch nicht in Hagen-Hohenlimburg gebaut, da dort nicht ausreichend Platz für gewesen wär.  Da Treibstoff für den Düsenjäger Me 262 hergestellt werden sollte wurde nämlich ein Dehydrierverfahren für die Produktion ausgewählt, dieses Verfahren benötigte wesentlich mehr Platz. Somit konnte in der  U-Verlagerung Eisenkies - Projekt Schwalbe 1 der  Treibstoff des Düsenjägers Me 262 mit einer hohen Oktanzahl dann einmal produziert werden.  Der später gewonnene Treibstoff der Untertage-Anlage sollte in 4 große Tanks geleitet werden und von dort aus dann verladen werden. Die Rohstoffe für die Produktion, besonders verflüssigte Kohle bzw. Stein- und Braunkohlenteer, Wasser und Strom, sollten bei der für Sommer 1945 geplanten Produktionsaufnahme über Rohrleitungen aus dem Ruhrtal bzw. Ruhrgebiet herangeführt werden. Für das große Geheimprojekt wurde nicht nur ein Stollen zur Treibstoffgewinnung angelegt, sondern noch viele weitere für eine Werkstatt, eine Panzerwerkstatt, eine Wasseranlage, eine Schaltanlage und für eine Abfüllanlage. Bis auf die Panzerwerkstatt wurde jedoch nichts in Betrieb genommen, da beim Bau der Krieg zu Ende war. Somit ist Eisenkies eine streng geheime unfertige Untertätige-Produktionsstätte.

 

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