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U-Verlagerung Rosa

In waldreichen Hessen bei Limburg gibt es zahlreiche Marmor- und Kalksteinbrüche wovon einige an der Lahn liegen. In einem dieser Brüche wo eine rosa schimmernde Marmorart, die Rosa genannt wird, abgebaut wurde sollte nach einer Untersuchung die U-Verlagerung Rosa gebaut werden. Rosa wo man direkt an einen Frauennamen denkt und somit bei U-Verlagerungen direkt an Felsen- oder Eiskeller denkt ist bei dieser Untertage-Verlagerung nicht richtig. Denn er kommt von der Gesteinskunde in diesem Fall dem speziellen Marmor. Somit stimmt der Deckname für einen Stollenneubau. Denn das Projekt Eber mit dem Decknamen Rosa ist ein gebilligter Stollenneubau für eine Luftzerlegeanlage. Der Standort wurde gewusst in diesem Gebiet gewählt damit das fertige Produkt nicht weit zu den V1-Stellungen transportiert werden musste. Denn beim Transport des flüssigen Gases entwich in der damaligen Zeit bis zu 40 Prozent. Etwa vom 10. bis 21. Februar 1944 war die II. Abteilungen des Artillerie Regiments im Raum südwestlich von Weilburg stationiert und baut zwischen Eschenau und Wirbelau entlang der Alten Runkeler Straße Stellungen für Abschussanlagen der Wunderwaffe V2 auf. Zu dieser Abteilung des Artillerie Regiments sollte der produzierte flüssige Sauerstoff hauptsächlich hin. Daher war die U-Verlagerung Rosa bzw. das Projekt Eber auch vorher an einer anderen Stelle geplant gewesen. Es sollte in dem Reichsbahntunnel Rabenscheider Tunnel bei Haiger realisiert werden aber der Tunnel bot keine ausreichende Höhe für die Sauerstoffgewinnungsanlage der Firma Messer & Co GmbH aus Frankfurt. So wurde ein anderer Standort gesucht und schließlich dann auch in etwas mehr als 34km Luftlinie gefunden. In den Tunnel wo die Luftzerlegeanlage installiert werden sollte zog dann eine andere Firma mit dem Decknamen Uhu ein. Von erst geplanten Standort wären es zu der geplanten Stellung 28km (Luftlinie) gewesen. Im Sommer 1944 begann man also an der Lahn bei Limburg mit dem Bau des Stollenneubaus. Dafür wurde erstmal durch eine Spezielle Einheit der „Einheit für Technische Gase“ der gesamte Steinbruch beschlagnahmt und gesichert. Durch Stacheldraht und Wachposten wurde so das Gebiet hermetisch abgeriegelt um danach direkt mit dem Bau der Holzbaracken und drei massiveren Gebäuden für das Wachpersonal bzw. für die Offiziere und eventuell dem Leiter für die Produktionsstätte dem aus Hannover stammende Hauptmann und Ingenieur Mahrenz. Die unterirdische Sauerstoffanlage war nun von der V2 Stellung nicht Mals 7km Luftlinie entfernt. Die unterirdische Sauerstoffanlage mit dem Decknamen Rosa bestand bis zum 26. März 1945 und wurde dann bereits wieder demontiert und nach Bayern geschafft. Die Baracken und die Stollenanlage selbst wurden nicht von eigenen Einheiten zerstört. Die Baracken in unmittelbarer Nähe der Stollenmundlöcher wurden später als Flüchtlingslager eingerichtet. Dieses Lager bestand bis Ende 1946 und anschließend wurde der ehemalige Steinbruchbetrieb wieder im Steinbruch aufgenommen. So wurde über den nachfolgenden Jahren ein Großteil der damaligen Stollenanlage abgebaut so dass heute nur noch ein paar kleine Stollenabschnitte der unterirdischen Sauerstofffabrik bei Limburg übriggeblieben sind. Aufgrund der kurzen Zeit vom Bau bis wieder Abbau der Flüssig-Sauerstoff-Anlage für Raketentreibstoff der V2 könnte man spekulieren das ein Großteil der Stollen bereits vorhanden war. Das Projekt Eber hat nichts mit der im Wichert beschriebenen geheimen Anlage Rosa im Röderbergskeller & Villmar/Lahn zu tun auch nicht mit dem Röderbergkeller Frankfurt/Main mit der Objektnummer 6048.

Von der V2-Raketenstellung bei Wirbelau an der unteren Lahn wurden keine V2-Raketen abgefeuert. Die Raketenstellung II Abt. 901 unter der Leitung von Baugruppenführer Dr. Ing. Kammler wurde am 21. Februar 1945 in den Raum Kirburg - Hachenburg verlegt. Hier erfolgte am 16. März der letzte Abschuss einer A4- Rakete (von Goebbels "Vergeltungswaffe 2" (V2) genannt).

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